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FFW Sohl von 1873 e. V.  

Geschichtliches über die FFW und die Ortschaft Sohl 

1871

Die erste Feuerwehr in der Gemeinde Teisnach

Die erste "Feuerrotte" (damaliger Name der Feuerwehren) wurde in Teisnach gegründet (Quelle: Chronik "Pfarrei Geiersthal - Teisnach einst und jetzt"). Vom Bezirksamt Viechtach wurde die Gemeinde Teisnach in den folgenden Jahren immer wieder aufgefordert, für den Gemeindebereich eine Löschmaschine anzuschaffen. Die Gemeinde wehrte sich jahrelang dagegen. Der Gemeindeausschuss (damaliger Name für Gemeinderat) fürchtete den finanziellen Aufwand; er war der Meinung, "dauerhafte Feuerhaken und Leitern sowie hinreichende Löschgeschirre" würden genügen.

Folgende Gründe, die gegen den Kauf einer Löschmaschine sprechen, wurden aufgeführt: (Aus den Protokollen der Gemeinde Teisnach, herausgegeben von Josef Niedermeier)

1. Abgesehen von dem bedeutenden Kostenpunkte, welcher der ohnehin bedrückten Gemeinde durch Anschaffung einer Löschmaschine, Erbauung einer hierzu geeigneten Remise und der sich ergebenden Reparaturen erwachsen würde, ist bei den örtlichen Verhältnissen des Gemeindebezirkes eine Löschmaschine nicht zweckmäßig. Der Gemeindebezirk ist sehr schmal und beträgt gut 3 Stunden in der Länge.

2. Die hiesigen Gemeindemitglieder haben zur Errichtung der Feuerwehr in Ruhmannsfelden vieles geleistet und hat sich genannte Feuerwehr freundlichst erboten, bei Bränden hilfreich Hand zu bieten.

3. Die unterfertigte Gemeindeverwaltung hat bereits die Anschaffung von dauerhaften und zweckmäßigen Feuerhaken und Leitern sowie für hinreichende Löschgeschirre für jede Ortschaft angeordnet.

4. Ortschaften, wie z. B. Altenmais und Zinkenried, welche hoch liegen, haben kein Wasser und dann ist eine Löschmaschine überflüssig.

Erst 15 Jahre später, im Jahre 1886 wurde eine Löschmaschine für den ganzen Gemeindebereich angeschafft. 

1873

Die Gründung der Feuerrotte in Sohl

Am 17. August 1873 gründeten ein paar Männer aus Sohl, Arnetsried, Stadlhof, Altenmais und Zinkenried im Wirtshaus zu Sohl eine eigene Feuerrotte.

Die Ausrüstung dieser Feuerrotte bestand aus folgenden Gerätschaften: dauerhafte und zweckmäßige Feuerhaken und Leitern sowie hinreichende Löschgeschirre. Auch wurde die "Bildung von tüchtigen Feuerrettern" angeordnet.

Bereits ein Jahr vorher, also im Jahre 1872, wurde in Sohl eine Wasserreserve errichtet, dessen Quellen aber bei längerer Trockenheit versiegten.

In den folgenden Jahren wurde die Gemeinde Teisnach mehrmals vom Bezirksamt Viechtach aufgefordert, eine Löschmaschine für den gesamten Gemeindebereich anzuschaffen. Die Gemeindeverwaltung Teisnach unter Bürgermeister Hinkhofer lehnte dies jedoch weiterhin ab mit folgenden Gründen: Eine Löschmaschine ist für die Gemeinde Teisnach "nur wenig anwendbar", für kleinere Gemeinden wären "Handspritzen genügend".

Immer wieder verwies er auf die geographische Lage der Teisnacher Gemeinde "Der Gemeindebezirk hat eine bedeutende Ausdehnung der Länge nach, nämlich drei Stunden und die Breite ist verhältnismäßig gering. Dazu kommt noch, dass keine Straße durch den Gemeindebereich führt, sondern nur schmale und steile Feldwege, der Transport einer Löschmaschine, vor allem bei schlechtem Wetter ist unmöglich. Auch herrsche in allen Ortschaften, außer Teisnach, empfindlicher Wassermangel, so dass die Löschmaschine wegen unzureichenden Wassers müßig stehen müsse." 

1876

Gemeindeanordnung an alle Haushalte

Durch die Gemeindeverwaltung wurde angeordnet, jeder Hausbesitzer hat bis zum neuen Jahr einen Feuereimer anzuschaffen. 

1886

Eine Löschmaschine wird angeschafft

Endlich wurde durch die Gemeinde Teisnach eine vierrädrige Feuerspritze, genannt Löschmaschine, für den ganzen Gemeindebereich angeschafft. Wegen der zentralen Lage wurde sie in Kaikenried stationiert. 

1888

Die Löschmaschine zieht um

Die Löschmaschine wurde nebst Gerätschaften nach Teisnach verlegt und im Gstatthof-Stadl untergebracht. Im Gemeindeprotokoll vom 8. Januar 1888 steht geschrieben: "Bezüglich der Feuerspritze liegt in Kaikenried ein großer Übelstand vor, indem sich in ganz Kaikenried nur noch ein Pferd befindet". (Anm. Die Feuerspritze musste von zwei Pferden gezogen werden.)

Nach diesem "Umzug" der Löschmaschine von Kaikenried nach Teisnach begann sich in Sohl der Unmut zu regen. Bedenkt man, dass die Ortschaft Teisnach an einem und Sohl am anderen Ende des Gemeindebereiches liegt (ca. 10 km Entfernung).

Es hätte mit Sicherheit einige Stunden gedauert, bis nun bei einem Brand in Sohl die Feuerwehr aus Teisnach mit der gemeindeeigenen Löschmaschine zum Einsatz gekommen wäre. Auch waren die Wege nach Sohl in sehr schlechtem Zustand, nur durch sog. "Hohlgassen" konnte man nach Sohl gelangen. Im Winter oder nach längeren Regenfällen war ein Durchkommen mit einem Pferdegespann fast unmöglich. 

1898

Sohl erhält eine eigene Löschmaschine

Die Bewohner von Sohl beschlossen, sich selbst eine eigene Löschmaschine anzuschaffen. Die Gemeinde Teisnach, unter Bürgermeister Muhr, Bauer aus Kaikenried, weigerte sich jedoch, auch nur einen Teil der Anschaffungskosten zu bezahlen.

Für die Sohler Löschmaschine wurden 182 Mark anbezahlt, die von mehreren Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden sind.

Nun hatten die Sohler endlich ihre eigene Löschmaschine, jetzt tauchte das Problem nach einem geeigneten Unterstellplatz auf. Zunächst wurde das "Heiligtum" der Sohler in einer "Schupfer" beim Koppnbauern untergestellt. Dies passte der Sohler Bevölkerung überhaupt nicht. Diese teuere Neuanschaffung in einer alten Schupfer, ein Ding der Unmöglichkeit. Eine "würdevolle" Unterstellmöglichkeit musste her!

Da die Sohler für ihre Löschmaschine von der Gemeinde Teisnach keine Mark erhalten hatten, verlangten sie jetzt dafür den Bau eines "Feuerhauses" oder wenigstens einen Zuschuss. Die Gemeinde Teisnach verweigerte wieder einmal eine Bitte der Sohler.

Die Feuerwehr Sohl wird Mitglied des Bezirksverbandes

Im selben Jahr, am 17. August 1898, nahm die Freiwillige Feuerwehr Teisnach III in Sohl, so der offizielle Name der Sohler Wehr, die Satzung des Bayerischen Feuerwehr - Landesverbandes an und wurde dadurch Mitglied des Bezirksverbandes. 

1899 bis 1901

Der Kampf um das Feuerwehrhaus in Sohl

Nachdem sich die Gemeinde Teisnach hartnäckig gegen den Bau eines Feuerhauses wehrte, wurde der Zorn der Sohler gegenüber der Gemeinde immer größer und schließlich wurde es "gerichtsmassig".

Der Schriftführer der Sohler Feuerwehr, Alois Holzapfel, wandte sich am 14. Juli 1899 schriftlich an das Kgl. Bezirksamt Viechtach.

 

In diesem Brief beschwerte sich der Schriftführer der Feuerwehr Sohl, Alois Holzapfel, beim Kgl. Bezirksamt in Viechtach über die Gemeinde Teisnach.

Er schrieb unter anderem:

"Ich, der Gehorsamste Unterzeichnete erlaube mir nachstehendes mitzuteilen. Mir freiwillige Feuerwehr Teisnach III, in Sohl, haben der Gemeindeverwaltung mit Gesuch schon angegangen um Zuschuss oder selbst Übernahme zum Bauen eines Feuerhauses. Auf dieses Gesuch gibt uns die Verwaltung Teisnach gar keine Antwort und liegt auch keine Spur vor, dass sie etwas tun wollen, die Gemeinde zeigt sich immer gegen uns trotzig."

Der Bezirksamtmann wurde in diesem Schreiben gebeten, "er möge den Sohlern an die Hand gehen und die Gemeinde auffordern das Gesuch zu genehmigen, denn es ist höchste Zeit zum Bauen eines Feuerhauses, damit es noch austrocknet, dass es im Winter nicht das Gemäuer gefriert und im Frühjahr wieder einstürzt. Denn über Winter können mir die Löschmaschine nicht in der Schupfer, wo sie jetzt steht, haben, wenn im Falle Feuer ausbrechen würde im Winter, so würde die Feuerspritze nichts nützen, weil diese eingefroren wäre."

Daraufhin erhielt der Teisnacher Bürgermeister Peter Muhr am 7. August 1899 ein Schreiben vom Kgl. Bezirksamt Viechtach mit der Bitte um Berichterstattung, wo das Feuerhaus und in welcher Weise es erbaut werden soll, bzw. an wen die Arbeiten vergeben werden sollen. Die Gemeinde Teisnach wurde aufgefordert "die Sache" zu beschleunigen, so dass das Feuerhaus noch im Herbst des lfd. Jahres fertig gestellt ist.

14 Tage später teilte Bürgermeister Peter Muhr dem Kgl. Bezirksamt Viechtach folgendes mit:...dass mit den Arbeiten noch nicht begonnen werden kann, da man sehr darüber aufgebracht ist, dass die Ortsbewohner von Sohl die versprochenen Fuhrleistungen zurückgezogen haben und somit die Kostenführung um Bedeutendes erhöhen. Zudem hat die Bauausführung und die damit zusammenhängende Anfuhr des Baumaterials durch die ständig ungestüme Witterung stark zu leiden.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wandten sich die Sohler an die Feuerlöschmaschinenfabrik Justus Christian Braun in Nürnberg, dem Hersteller der Sohler Löschmaschine. Er möge doch ebenfalls an das Kgl. Bezirksamt Viechtach schreiben um den Bau des Feuerhauses zu beschleunigen.

Er schrieb unter anderem: .....mir ist aus Sohl zugekommen, nach welchem für die Aufbewahrung der neu gelieferten Löschmaschine die nötige Sorgfalt im Interesse der Gemeinde nicht vorhanden zu sein scheint.

Weiter hieß es in diesem Brief, dass für solche Schäden, die durch Nachlässigkeit oder ungeeignete Behandlung entstehen, von ihm keine Garantie übernommen werde.

Auf Druck vom Bezirksamt verteidigte sich Bürgermeister Peter Muhr:....... dass die Löschmaschine in Sohl in einer gut gebauten Wagenremise untergestellt ist und bei eventueller Feuergefahr leicht entfernt werden könne. Für anderweitigen Schutz sollen dann doch die Mitglieder der Feuerwehr Sohl auch mitsorgen und nicht für jede Kleinigkeit die Gemeinde heranziehen. Eine Feuerwehr, der es mit der Sache ernst ist, soll doch stolz auf eine gut erhaltene Maschine sein und daher bei jeder sich bietenden Gelegenheit selbst Hand anzulegen und allenfalls kleinere Schäden selbst zu beheben.

 

Die Gemeindeverwaltung Teisnach beschließt, ein Feuerhaus in Sohl "erscheint nicht unbedingt notwendig".

Nachdem im Jahre 1899 keine Einigung erzielt werden konnte, wurde der Tonfall der Sohler etwas schärfer.

Im Jahre 1900 beschwerte sich der Schriftführer Alois Holzapfel in einem drei Seiten langen Brief beim Bezirksamt über die Gemeinde Teisnach, dass die Feuerwehr in Kaikenried bevorzugt würde. In Kaikenried ist ein Feuerhaus gebaut worden und auch alle Ausrüstungen für die Mannschaft sind angeschafft worden, alle Auszahlungen wurden von der Gemeinde Teisnach aus der Gemeinde - Armenkasse entnommen.

Unbeeindruckt zeigte sich davon die Gemeinde Teisnach und beschloss am 22. März 1900 nach "heftiger Debatte", dass die Erstellung eines Feuerhauses für die Feuerwehr in Sohl "als nicht unbedingt notwendig erscheint".

Daraufhin schrieb wieder Alois Holzapfel in "scharfer Form" an das Bezirksamt in Viechtach und zählte nochmals alle Gesichtspunkte auf, warum Sohl unbedingt ein neues Feuerhaus braucht. Er führte auf, was die Feuerwehr Sohl schon alles geleistet und aus eigener Tasche bezahlt hat: die Mannschaft wurde uniformiert, mit Gurten und Seilen ausgerüstet, Druckschläuche angeschafft, zwei Feuerschwemmen hergestellt, die Feuerlöschmaschine gekauft "wo von Seiten der Gemeinde gar nichts geleistet wurde".

Ein Feuerhaus muss erbaut werden, weil "was sofort das notwendigste ist, es braucht der Besitzer dieser Schupfer diesen Raum selbst, er habe diese genannte Schupfer zu seiner Benützung bauen lassen, nicht für ein Feuerhaus, wo er mit seinen Ökonomgeräten arg beschränkt ist. Wir haben schon öfters ein Gesuch über dies gestellt, wurden aber mit Spott abgewiesen."

Schließlich ist die Feuerwehr Sohl "der Brandversicherungskammer schon von größerem Nutzen gewesen". Wiederum verweigerte die Gemeinde Teisnach den Bau eines Feuerhauses in Sohl.

Alois Holzapfel ließ nicht locker: "...die Gemeinde Teisnach leistet auf keinen Fall für die Feuerwehr Sohl etwas, verhöhnt und verspottet wird die Feuerwehr Sohl. Von der Gemeinde wird betont, dass die Feuerwehr in Sohl unnütz ist. Aber hier in Sohl ist eine Feuerwehr der größte Notbedarf. Bis die Feuerwehr in Kaikenried von einem Brand in Sohl etwas zu sehen bekommt, ist das ganze Dorf in Asche gelegt".

Das Bezirksamt schlug den streitenden Parteien vor, ein gezimmertes Feuerhaus zu erbauen, dessen Kosten etwa 200 Mark betragen würden. Damit war jedoch die Feuerwehr Sohl nicht einverstanden. Wieder schrieb Alois Holzapfel: "In Art. 153 Abs. III ist bei Herstellung eines Gemeindegebäudes erforderlich, dass ein feuersicheres Feuerhaus hergestellt werden soll. Es ist vorgeschrieben, ein Feuerhaus muss feuerfest gebaut sein und es muss sogar Sorge getragen werden, dass die Maschine der Feuerspritze auch im Winter zur Dienstleistung gebracht werden kann, dass es nicht eingefroren ist, was bei einem Bretterhaus der Fall wäre. Ein mit Brettern gemachtes Haus kann nicht als feuerfest anerkannt werden und auch bei dem jetzigem Holzpreis teuerer kommt, als aus Ziegelstein." 

Am 26. Oktober 1900 teilte das Bezirksamt Viechtach der Feuerwehr Sohl folgenden Beschluss mit:

Aus der Tatsache, dass sich in Sohl ein Verein der freiwilligen Feuerwehr gebildet hat, der eine Feuerspritze anschaffte, kann eine Verpflichtung der Gemeinde Teisnach ein Feuerhaus zu bauen, nicht abgeleitet werden.

Gleichzeitig erteilte das Bezirksamt den Auftrag an die Gemeinde Teisnach, "alsbald eine Dorfversammlung in Sohl einzuberufen, zu welcher sämtliche Ortsbürger geladen werden müssen."

Bei dieser Versammlung, die in Kaikenried stattfand, erklärten sich die Vertreter des Gemeindeausschusses bereit, in Sohl ein Feuerhaus zu bauen. Ein Zuschuss von 300 Mark seitens der Gemeinde wurde beschlossen, dieser wurde aus dem Lokalmalz- und Bieraufschlag entnommen. 

Nach diesem Plan wurde das Feuerhaus in Sohl gebaut.

Endlich wurde mit dem Bau des Feuerhauses in Sohl begonnen. Über den Verlauf musste die Gemeinde Teisnach beim Bezirksamt Viechtach regelmäßig Bericht erstatten. So wurde z. B. am 22. Oktober 1901 dem Bezirksamt mitgeteilt, "dass nach vorgenommener Kontrolle vom Plan abgewichen und das Feuerhaus massiv aus Backstein hergestellt wurde."

Endlich, nach vier Jahren, am 18. Juli 1901 erhielt das Bezirksamt Viechtach aus Teisnach die Mitteilung: 

Das Feuerhaus in Sohl ist nunmehr fertiggestellt! 

1904

Die Feuerwehr Sohl erwirbt ihre erste Fahne

Nachdem das Feuerhaus fertiggestellt war und sich die finanzielle Lage der Sohler Feuerwehr etwas erholt hatte, erwarben sie zum Preis von 250 Mark eine Fahne.

Laut Aussage von Kreszenz und Maria König, die noch aus Erzählungen ihrer Mutter berichten können, fand die Fahnenweihe an einem Sonntag im Sommer statt. Das Anwesen des heutigen "Unteren Wirtes" war seit Gründung der Feuerwehr das Vereinslokal der Sohler Wehr. Allerdings wechselten in den Jahren um 1900 in kurzen Zeitabständen die Wirtsleute mehrmals, so dass Frau Magdalena Wurzer (Brauereibesitzerin aus March) gebeten wurde, das Amt der Fahnenmutter zu übernehmen. Das ausgeschenkte Bier bei der Fahnenweihe wurde vom Marcher Bräu Alois Wurzer (+ 1940) bezogen. Magdalena und Alois Wurzer waren die Großeltern des heutigen Gasthaus- und Pensionsbesitzers Josef Wurzer. Magdalena Wurzer war eine geborene Kreuzer und wurde am 8. Juli 1868 in Rinchnachmündt geboren. Sie starb im Jahre 1932.

Als Patenverein fungierte bei der ersten Fahnenweihe in Sohl die Feuerwehr March.

Stolzer Träger der neuen Fahne war Josef König (Dachsbauer), der Vater von Maria und Kreszenz König. Als Fahnenjungfrauen begleiteten die Fahne: Katharina Stadler (sie heiratete später den Fahnenjunker Josef König) und Franziska König.

(Anmerkung: Diese Fahne ist noch erhalten und wurde aus Anlass des 125jährigen Gründungsfestes 1998 restauriert.) 

1912

Die Feuerwehr Sohl erhält einen Zuschuss

Die Feuerwehr Teisnach III in Sohl (so der offizielle Name der Sohler Wehr) erhielt von der Gemeinde Teisnach einen Zuschuss in Höhe von 28,20 Mark zur Abzahlung der Feuerspritzenschuld. 

1915

Die letzte Rate für die Feuerspritze

Die Restschuld für die Feuerspritze über 150,65 Mark nebst Zinsen wurde von der Gemeinde beglichen. 

1923

Neue Spritzenschläuche

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl hat an die Gemeindeverwaltung das Ansuchen gestellt, "es wollen ihr 100 m Spritzenschläuche beschafft werden".

Die genehmigte der Gemeinderat "in Anbetracht der Notwendigkeit, obwohl die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde außerordentliche Ausgaben nicht gestatten." 

1924

Die Gemeinde bezahlt den Bezirksbeitrag

Die Freiwillige Feuerwehr bat den Gemeinderat, "die Gemeinde wolle wie früher den Bezirksbeitrag im Betrage von 4,50 Mark auf die Gemeindekasse übernehmen".
Der Gemeinderat beschloss, die Kosten in "jederzeit widerruflicher Weise jährlich zu übernehmen". 

1925

Weitere Zuschüsse

  1. Die Feuerschwemme in Sohl bedarf einer Reinigung. Der Gemeinderat genehmigte die Vornahme dieser Arbeit.
  2. Die Freiwillige Feuerwehr Sohl bat um Unterstützung im Betrag von 15 RMK von der Gemeinde. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig vorgenannten Betrag.
  3. Die Freiwillige Feuerwehr bat den Gemeinderat um einen Zuschuss von 500 RMK zur Beschaffung von 20 Stück Feuerwehrjoppen. Der Gemeinderat beschloss mit 7 gegen 5 Stimmen dieses Gesuch abzulehnen und zwar, "weil das Bedürfnis für Schläuche größer und wichtiger ist, als die Anschaffung von Joppen." 

1928

Die Freiwillige Feuerwehr Arnetsried wird gegründet

Die Freiwillige Feuerwehr Arnetsried gründete eine eigene Wehr und trennte sich von Sohl. 

1929

Die Freiwillige Feuerwehr Arnetsried begeht ihre Fahnenweihe

Am 4. Mai 1929 beging die neu gegründete Feuerwehr Arnetsried ihre erste Fahnenweihe. Die Sohler Fahne wurde getragen von Georg Fritz (Wirt Schoßl). Die Fahne begleiteten König Philomena + (Hofbauer und spätere Koppnbäuerin) und Maria Fritz + (Schwester von Georg Fritz, später verheiratete König).

Die Feuerwehr Sohl bat den Gemeinderat um Zuweisung eines Schlauchtrockenapparates. Dies wurde einstimmig beschlossen und bei Paul Ludwig in Bayreuth bestellt. Die Kosten von 55 RM wurden von der Gemeinde bezahlt.

Die Kosten zur Anschaffung von Kronlederhelmen konnten jedoch aus finanziellen Gründen nicht von der Gemeinde übernommen werden. 

1930

Wieder wird eine neuen Fahne (die zweite) angeschafft

Am 7. Januar wurde eine neue Fahne angeschafft, diese kostete 430 Mark. Die Gemeinde Teisnach, unter Bürgermeister Josef Nothaft, bezuschusste die neue Fahne mit 100 RM.

Am 12. und 13. Juli feierte die Freiwillige Feuerwehr Sohl unter ihrem Kommandanten Johann Zitzelsberger ihre zweite Fahnenweihe mit 30jährigem Gründungsfest (gerechnet ab 1898, damals Beitritt zum Bayerischen Landes-Feuerwehrverband).

Über 30 Vereine kamen trotz starker Regenfälle nach Sohl zum Feiern.

Über den Zeitraum von 1931 bis 1945 sind keine Unterlagen vorhanden.

Aus Erzählungen der "Sohler Senioren" wurden nachfolgende Ereignisse aufgezeichnet

Es wurden in all den Jahren regelmäßig Feuerwehrübungen abgehalten, allerdings hatte diese Form von Übungen überhaupt keine Ähnlichkeit mit den heutigen Feuerwehrübungen.

Vielmehr wurde größter Wert auf Disziplin und Ordnung gelegt. Mit militärischen Kommandos wurde vor allem das Marschieren, aber auch das An- und Wegtreten geübt. "Übungsplatz" war meistens der Garten von Baptist Gröller. Es wurde streng darauf geachtet, dass alle Bewegungen genau so "zackig" wie beim Militär abliefen. Neigte sich die Übung zum Ende, wurde bis zum Wirtshaus marschiert und dann hieß es: "Links weggetreten!" Die meisten kehrten dann beim Unteren Wirt ein.

Ein gewisser Fenzl ließ die Männer auf dem Hochfeld marschieren und dabei mussten sie das Lied singen: "Warum ist es am Rhein so schön!"

Als Kommandant der Sohler Feuerwehr fungierte bis 1923 Xaver Röck, der bereits im Jahre 1902 als Zugführer schriftlich aufgeführt ist. Ab 1923 war Johann Zitzelsberger Kommandant der Sohler Wehr. Auch er legte großen Wert auf das Exerzieren nach militärischem Vorbild. Während des Zweiten Weltkrieges, als Johann Zitzelsberger einrücken musste, übernahm zeitweise ein gewisser Röck in Sohl das Kommando.

Laut Aussage von Fritz Bielmeier, Rollersau, handelte es sich um Max Achatz (Urban) aus Kaikenried. Er war in Sohl nur unter dem Namen Röck bekannt, da seine Mutter, eine verwitwete Achatz, genannt Urban Michlin, nochmals geheiratet hat und zwar jenen Xaver Röck, der bereits 1902 als Zugführer und bis 1923 als Kommandant bei der Sohler Feuerwehr erwähnt wurde.

Als nun während des Krieges immer mehr Männer den Einberufungsbefehl erhielten, wurden kurzerhand alle Frauen in Sohl dazu aufgefordert an den Feuerwehrübungen teilzunehmen. Das "Abrichten" übernahm Wolfgang Baumgartner (Lenz‘n Gang); auf das exakte Marschieren legte auch er großen Wert.

Zu einem Feuerwehreinsatz mit den Frauen kam es aber nicht.

Während des Krieges wurden desöfteren Gemeinschaftsübungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Arnetsried abgehalten. Bei schlechtem Wetter fanden diese Übungen im Saal des Arnetsrieder Wirtshauses statt.

Wer nicht freiwillig an den Feuerwehrübungen der einzelnen Dorffeuerwehren teilnahm, wurde zu den Übungen der Pflichtfeuerwehr in Teisnach verpflichtet; diese fanden immer sonntags statt. 

1946

Die erste Motorspritze

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl erhielt ihre erste Motorspritze, genannt die "alte Paul-Ludwig-Spritze" von der Nachbarfeuerwehr Arnetsried. 

1949

Der Schlauchturm wird gebaut

Die Feuerwehr Sohl errichtete unter Kommandant Georg König (Schargriesl) einen Schlauchturm. Bisher wurden die Schläuche beim Vereinswirt (Unterer Wirt) getrocknet. An der Giebelseite des Saales - Richtung Dachsbauer - (im Jahre 1950 wurde das Wirtshaus aufgestockt und dabei die Firstrichtung geändert) war unter dem First ein Eisenring befestigt. Dieser hatte mehrere Haken, darin wurden die Schläuche befestigt und mit einer Seilwinde hochgezogen.

Das Grundfest für den Schlauchturm errichtete die Baufirma Hinkhofer, genannt Vizenz Hans, aus Teisnach. Den hölzernen Turm erstellten die beiden Zimmerermeister Josef Plötz + und sein Sohn Josef +.

Das dazu benötigte Bauholz wurde von den Sohler Bauern gespendet. 

1953

50jähriges Gründungsfest

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl begeht am 25. Mai 1953 ihr 50jähriges Gründungsfest (auch hier wurde das Datum des Beitrittes zum Bayerischen Landesverband im Jahre 1898 als Gründungsjahr angenommen, außerdem wurde es mit den Jahreszahlen nicht allzu genau genommen).

Dabei wurden drei neue Fahnenbänder gestiftet und während des Festgottesdienstes, abgehalten durch Pfarrer Schefbeck aus March, geweiht.

Als Patenverein fungierte 1953 die Freiwillige Feuerwehr Auerkiel. Dies kam zustande, da Johann Stern, der zweite Ehemann der Vereinswirtin Josefine Kopp (der erste Ehemann war im Krieg gefallen), aus Auerkiel abstammte und diese Verbindung mit seiner Heimatfeuerwehr anknüpfte.

Die Marcher Feuerwehr war daraufhin "etwas verschnupft". 

1958

Eine neue Motorspritze

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl, unter ihrem Kommandanten Friedrich Kopp, erhielt eine neue Motorspritze, eine TS 8/8.

Dafür wurde im Dorf gesammelt, einen Betrag von 1200 DM stifteten die Bewohner von Sohl, die Gemeinde Teisnach zahlte 1900 DM, der Kreis Viechtach 500 DM und 1200 DM erhielt die Sohler Wehr als Zuschuss von staatlicher Seite. 

1963

Die dritte Fahne wird angeschafft

Am 26. Mai 1963 beging die Freiwillige Feuerwehr Sohl zum drittenmal eine Fahnenweihe. Wieder regnete es (auch die Fahnenweihe 1930 war verregnet).

Als Fahnenmutter fungierte diesmal in Vertretung für die Herbergsmutter Josefine Stern ihre Tochter Philomena, verheiratete Treml aus March.

Am Samstag abend fand ein Fackelzug statt. Geladen waren alle Feuerwehren aus dem Landkreis Viechtach.

Patenverein war wieder die Freiwillige Feuerwehr March. 

1966

Ein Pumpenanhänger wird angeschafft

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl erwarb von der Feuerwehr Schweinhütt einen Pumpenanhänger.

In diesem Anhänger konnten sämtliche Utensilien, die bei einem Brandeinsatz vonnöten waren, verstaut werden. 

1967

Ein neues Feuerwehrhaus wird gebaut

Unter der Federführung von Kommandant Josef König (Bauhofleiter) wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Das Alte, erbaut 1901, wurde noch im November 1966 abgebrochen. Auch die Fundamente wurden bis 15. Dezember 1966 fertiggestellt. Die Maurerarbeiten führten Josef König uns sein Bruder Alois, die Zimmererarbeiten Helmut Plötz unentgeltlich durch. Das Firstbier wurde am 1. März 1967 gefeiert und am 11. Juni erfolgte die offizielle Einweihung.

Für die Erbauung dieses Feuerwehrhauses erhielt die Freiwillige Feuerwehr Sohl von der Gemeinde Teisnach lediglich einen Zuschuss von 2.000,- DM. Die übrige Bausumme musste von den Sohlern selbst aufgebracht werden. 

1967

Die Freiwillige Feuerwehr March begeht ihre Fahnenweihe

Am 7. August 1967 beging die Freiwillige Feuerwehr March ihre Fahnenweihe. Als Patenverein stellte sich die Freiwillige Feuerwehr Sohl zur Verfügung. 

1968

Die Sirene wird angeschafft

Im Februar 1968 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Sohl eine Sirene. Installiert wurde sie aber nicht auf dem Dach des Feuerwehrhauses, sondern auf dem Dach des Nachbaranwesens, der Zimmerei Plötz. Der Grund dafür war, dass das Haus vom "Zimmermoasta" zweistöckig gebaut war, das Feuerwehrhaus aber nur einstöckig. Durch den höheren Standpunkt war der Klang der Sirene weiter im Umkreis zu hören. 

1969

Eine Zisterne wird gebaut

Ein neuer Löschweiher wurde dringend benötigt. Der dafür vorgesehene Platz (heutiger Fußballplatz) musste aufgegeben werden. Die Bodenbeschaffenheit war so schlecht, dass ein Ausbaggern unmöglich war. Schließlich wurde nach einem neuen Standplatz gesucht. Am Dorfanger wurde man fündig und eine Zisterne errichtet.

Kurioses bei Brandeinsätzen

Die "Sohler Senioren" erzählten "Geschichtln", die bei Brandeinsätzen passierten:

Beim Kanak-Schmied (heute Obermeier) brannte es (um 1928). Dem damaligen Kommandant der Arnetsrieder Feuerwehr Xaver Treml (Hois Girgl) gingen die Löscharbeiten der Feuerwehrmänner zu langsam. Da genügend Leute zusammengelaufen waren um dieses Schauspiel zu verfolgen, wusste er sich nicht mehr anders zu helfen, und schrie: "Liebe Leut, werft`s Schnee hinein!"

Als am 11. Januar 1962 das "Karl Häusl" brannte, fand in Arnetsried der Feuerwehrball statt. Viele der Sohler waren bei diesem Ballvergnügen in Arnetsried anwesend. Als plötzlich die Sirene heulte und bekannt wurde, daß es in Sohl brannte, verließen alle Männer fluchtartig den Tanzsaal. Später jammerte der Arnetsrieder Wirt Georg Treml, er sei der eigentliche Brandleider, denn viele der Feuerwehrmänner hatten bei dem schnellen Aufbruch das Bezahlen der Zeche vergessen.

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl war in Regen mit der Fahne und einer Abordnung Feuerwehrmänner zu einer Festlichkeit geladen. Fahnenträger war ein gewisser "Schürz". Nach dem offiziellen Teil wurde eingekehrt. Als die Heimkehr nahte, war plötzlich die Fahne verschwunden. Scherzbolde hatten sie gestohlen, sie aber später wieder zurückgegeben.

Etwas zu ungestüm drehte der Fahnenträger Franz Niedermeier (Schlegl Franz) bei einer Fahnenweihe die Sohler Fahne, dabei zerbrach die Fahnenstange. 

1971

Die Ära Kopp Josef

Im November 1971 erklärte der damalige Kommandant Josef König (Bauhofleiter), dass er nicht mehr für dieses Amt kandidiere und ein Nachfolger gesucht werden müsse. Erst beim dritten Anlauf, am 11. Dezember 1971 wurde der damals 21jährige Josef Kopp dazu überredet und gewählt.

Er war damit einer der jüngsten Kommandanten im Landkreis. Ein Glücksgriff für die Sohler Wehr!

Seither ist er unermüdlich im Einsatz für die Belange der Feuerwehr. Auch bei allen Aktivitäten des Sohler Dorflebens ist er der Initiator. Ob es gilt Fußballspiele zu organisieren, Maibaum aufzustellen oder Faschingswägen herzurichten, ohne "Kopp‘n Sepp" wäre dies undenkbar.

Seinem unermüdlichen Einsatz ist die Erstellung und die Pflege des Sohler Fußballplatzes zu verdanken. Auch die Schaffung des Kinderspielplatzes geht auf seine Initiative zurück.

Für seine langjährige Tätigkeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Feuerwehr erhielt Josef Kopp 1996 von der Gemeinde Teisnach die große Bürgermedaille verliehen. 

1976

Ein neues Trauerband wird gestiftet

Wolfgang König sen. und Plötz Helmut stifteten für die Fahne ein neues Trauerband. 

1976

Die Freiwillige Feuerwehr March begeht ihr 100jähriges Gründungsjubiläum

Ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum begeht die Feuerwehr March im Juni 1976. 

1978

Ein neues Feuerwehrauto

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl unter Kommandant Josef Kopp erhält ein neues Feuerwehrauto.

Vier Feuerwehrmänner aus Sohl, Wolfgang König sen., Johann Geiger jun., Georg Greil und Josef Kopp fuhren am 14. Dezember 1977 nach Ulm und holten "ihr" neues Feuerwehrauto, einen Ford Transit direkt vom Werk ab.

10.000 DM musste die Freiwillige Feuerwehr an Eigenleistung bei diesem Kauf bereitstellen. Am 24. Mai 1978 wurde dieses Fahrzeug geweiht. 

1984

Ein neues Feuerwehrhaus

Da die Aufgabenbereiche der Feuerwehr immer umfangreicher wurden und wegen fehlendem Unterrichtsraumes kein theoretischer Unterricht möglich war, beschloss auf Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Sohl der Gemeinderat Teisnach unter Bürgermeister Karl Stern: Die Freiwillige Feuerwehr erhält ein neues Feuerwehrhaus!

Geplant wurde das nun dritte Feuerwehrhaus von Architekt Siegbert Schanderl aus Teisnach.

Der Abbruch des alten Feuerwehrhauses erfolgte von den Mitgliedern der Sohler Wehr.

Das Bauholz für das neue Feuerwehrhaus wurde von den Sohler Bauern gestiftet. 10.000 DM musste die Freiwillige Feuerwehr Sohl für den Feuerwehrhausbau an die Gemeindekasse Teisnach überweisen.

Auch der Schulungsraum wurde von den Sohler Feuerwehrmännern in Eigenregie ausgestattet.

Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses fand am 20. Mai 1984 statt. 

1985

Vereinsausflug nach Berlin

Auf Einladung von Lothar Hamann und Lothar Knitter fuhr die Freiwillige Feuerwehr Sohl drei Tage lang nach Berlin. Ein unvergessenes Ereignis für alle Teilnehmer. Lothar Hamann und Lothar Knitter, die besten Stadtführer, die es in Berlin gibt, zeigten den Sohlern alle Facetten dieser Weltstadt. Beeindruckend für alle war der Besuch an der Mauer, die Deutschland in zwei Teile trennte. Auch die Schikanen bei den Zollformalitäten sind allen noch in bester Erinnerung. Dafür war der Besuch auf dem Ku` damm, das übersprudelnde Leben, besonders bei Nacht, die vielen Seen rund um Berlin ein besonderes Erlebnis. Alle waren schließlich einer Meinung: "Berlin ist eine Reise wert!" 

1987

Eintrag ins Vereinsregister

Am 17. März erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister mit dem Wortlaut:
Freiwillige Feuerwehr Sohl von 1873 e. V.; Sitz Sohl, Gemeinde Teisnach. 

1988

Eine neue Tragkraftspritze wird angeschafft

Nachdem die Gemeinde Teisnach unter Bürgermeister Ottmar Schober im Frühjahr 1987 ihre Zustimmung gab, wurde eine neue Tragkraftspritze METZ 8/8 angeschafft, die am 24. Juli 1988 geweiht wurde. 

1990

Der Sohler Fußballplatz wird gebaut

Jahrelang blieb der Wunsch der Sohler Jugend nach einem Fußballplatz unerfüllt. Auf Initiative von Josef Kopp wurde schließlich dieser Wunsch 1990 in die Realität umgesetzt. Die Feuerwehr pachtete ein Grundstück mitten im Dorf und brachte viel Eigenleistung auf, um diesen Platz bespielbar zu machen.

Am 14. Juni 1990 fand das erste Fußballturnier statt.

Seither findet jedes Jahr zum Jahrtag der Freiwilligen Feuerwehr Sohl ein Fußballturnier statt. Mannschaften aus den umliegenden Dörfern messen ihre Kräfte beim Fußballspiel.

Auch zum Volleyballspielen ist der Fußballplatz bestens geeignet. 

1993

Die neue Straße Sohl-March wird eingeweiht

Die Verkehrsverbindung über Aden nach March verdiente den Namen Straße nicht. Zwar wurde diese Schotterstraße laufend ausgebessert, aber bereits nach dem ersten größeren Regen waren alle Schlaglöcher wieder da. Deshalb wurde dieser Weg von der Sohler Dorfbevölkerung meistens gemieden und die Teerstraße über Arnetsried nach March befahren, obwohl dies einen Umweg bedeutete.

Bürgermeisterin Rita Röhrl nahm deshalb 1991 und 1992 diesen Straßenneubau in Angriff. Dazu mussten größere Erdbewegungen vorgenommen werden, um bestehende Anhöhen abzutragen und Senken aufzufüllen. Von vielen wurde diese Straße als überflüssig bezeichnet. Für die Sohler Dorfbevölkerung bedeutete es jedoch eine ungemeine Entlastung. Ebenfalls für die Ortschaft Arnetsried, da der Durchgangsverkehr stark zurückgegangen ist.

Am 18. Juli 1993 erfolgte die offizielle Straßeneinweihung. 

1995

Der Dorfbrunnen wird gestiftet

Ein Dorfbrunnen - dieser langgehegte Wunsch ging 1994 in Erfüllung. Gehauen aus Granit, 2 Meter lang, 95 Zentimeter breit und 65 Zentimeter hoch, wurde dieser Brunnen im Juni 1995 von HH Pfarrer Otto Krottenthaler eingeweiht. Gestiftet wurde er je zur Hälfte von der Freiwilligen Feuerwehr und der Schmankerlbühne Sohl. 

1996

700 Jahre Sohl

Vom 30. August bis 1. September 1996 erlebte Sohl ein noch nie dagewesenes Ereignis.

Der Anlass für das Fest "700 Jahre Sohl" war die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Sohl in der Bestätigungsurkunde des Herzog Ottos III im Jahre 1294. Aus dieser Urkunde ist ersichtlich, dass u. a. die Dörfer Sohl und Pometsau dem Kloster Gotteszell geschenkt wurden.

Wohl bemerkt - das Dorf Sohl wurde im Jahre 1294 verschenkt!

Nach Meinung von Geschichtsexperten liegt zwischen der ersten Ansiedlung und bis zur Nennung eines Dorfes ein Zeitraum von 100 bis 200 Jahren. Man kann also davon ausgehen, dass Sohl weitaus älter als 700 Jahre ist.

Wahrscheinlich ist Sohl zwischen 800 und 900 Jahre alt.

Dass die Ortschaft Sohl weitaus älter als 700 Jahre ist, wurde auch im Vorfeld der Vorbereitungen nicht verheimlicht. Dies ist auch im Buch "700 Jahre Sohl" nachzulesen, das anlässich der Sohler Festlichkeiten erschienen ist.

Auch im Lokalteil des Regener Bayerwaldboten und Radio Regen wurde bereits Wochen vor Festbeginn ausführlich darüber berichtet, dass Sohl wesentlich älter als 700 Jahre ist.

Ausschlaggebend für das richtige "geschichtliche" Alter ist lt. Geschichtsexperten aber nun einmal die erste urkundliche Erwähnung und somit konnte das Dorf Sohl halt "nur" seinen 700. Geburtstag begehen. Hinweise auf Nennung der Ortschaft Sohl bereits im Jahr 1254 konnten nicht mit Sicherheit bestimmt werden; lt. Mitteilung des Bayerischen Hauptstaatsarchives München handelt es sich hierbei wahrscheinlich um die Ortschaft Solla (Gemeinde Außernzell, Landkreis Freyung-Grafenau).

Der Wortlaut der Schenkungsurkunde - übersetzt von HH Pfarrer

Otto Krottenthaler aus March:

Landhut, den 28. März 1294

Wir, Otto von Gottes Gnaden, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern geben bekannt, dass unser Getreuer Heinrich, genannt von Pfoling (Pfelling), einst zur Förderung der Verehrung Gottes, die er für sein und seiner Vorfahren Seelenheil in der Gegenwart und in der Zukunft vermehren wollte, ein Kloster in Gotteszell zum Aufenthalt für Ordensleute des Zisterzienserordens, die dort Gott dienen, gegründet und mit großzügigen Geschenken sowohl zu Lebzeiten als auch bei seinem Ableben bedacht hat und zwar durch Übertragung der folgenden genannten Besitzungen und Güter: erstens den Zehent in der gesamten Pfarrei Geiersthal, ferner ein Dorf namens

Sal (Sohl)

das Dorf Pamalsan (Pometsau), vier Sölden in Guttenriedt (Zuckenried), das Dorf Pfelling (Lkr. Bogen) mit Fischteich und Weinberg, zwei Höfe in Enchendorf bei Plattling, Wiesen jenseits des Ufers, genannt Teisna (Fluß), mit dem Wald ebendort, sowie Wiesen bei dem Wald, der gewöhnlich Strassholz genannt wird. Diese Besitzungen und Güter übereignete er dem Kloster mit allen Menschen, Rechten und Einkünften und allem, was sonst dazugehört, in feierlicher Rechtsform, damit es sie auf ewig unangefochten besitze und gebrauche. Obwohl die erwähnte Schenkung zum schweren Nachteil für uns und unsere geliebtesten Brüder zu gereichen scheint, da wir an den vorgenannten Gütern, Besitzungen und Rechten legitime, vertraglich festgelegte Erbschaftsansprüche haben, stimmen wir dennoch aus Pietät vor dem Verstorbenen und um die Verehrung Gottes dort zu vermehren und unserer Vorfahren Seelenheil zu befördern mit dem Einverständnis unserer genannten teuersten Brüder Ludwig und Stephan der berührten Schenkung in allen Einzelheiten zu billigen und sie mit der vorliegenden Urkunde, wobei wir das genannte Kloster mit allen Besitzungen, Rechten und Einkünften in unseren besonderen Schutz nehmen gegen Gewalttätigkeit und Unrecht von potentiellen Eindringlingen und gegen alle Einwände zu. Zum sichtbaren Zeugnis und zur Bekräftigung der erwähnten Rechtshandlung stellen wir ihm die vorliegende Urkunde aus, beglaubigt mit unseren Siegeln.

Gegeben zu Landshut 1294 am Sonntag Laetare.

Die "700-Jahr-Feier" war ein Fest der Superlative, das alle Erwartungen übertraf. Presse und Rundfunk berichteten ausführlich und überschwenglich über dieses Fest. Ein Dorf mit 125 Einwohnern bot an drei Tagen ein übervolles Programm und ein Höhepunkt jagte den anderen. Vor dem Fest waren viele skeptisch und glaubten nicht an ein Gelingen. Sie wurden eines Besseren belehrt.

Über 15.000 Besucher waren begeistert von der Fülle des Angebotes. 

1997

Die Jugendfeuerwehrwettkämpfe

Alljährlich finden die Jugendfeuerwehrwettkämpfe im Landkreis Regen statt.

Als Ausrichter fungierte 1997 die FF Sohl. Im Zuge des Feuerwehr-Jahrtages am 18. Juli traten am Sonntagnachmittag 13 Mannschaften an. Jeweils sechs junge Männer mussten ihre Schnelligkeit, ihre Wendigkeit und natürlich auch ihre bereits erlernten Feuerwehrtätigkeiten unter Beweis stellen.

So musste auf kleinstem Raum die vollständige Feuerwehrmontur in der schnellstmöglichen Zeit angelegt werden. Jeder noch offene Knopf  wurde mit Minuspunkten belegt. Die Erstellung einer Saugleitung und der richtige Umgang mit dem Strahlrohr innerhalb kürzester Zeit brachten viele Pluspunkte. Eine gehörige Portion Balance war notwendig, um einen Kameraden, der in einem Schubkarren saß, über ein schmales, rutschiges Brett zu kutschieren. Misslang dies, gab es eine kalte Dusche, denn das Brett führte über ein großes Wasserbecken. Verständlich, dass dies die meisten Zuschauer anlockte. Alle warteten gespannt, bis wieder einer ein unfreiwilliges Bad nahm. Schadenfreude ist halt doch die schönste Freude. Als schnellste und wendigste Truppe wurden schließlich die jungen Feuerwehrler aus Oberneumais mit einem Pokal geehrt. 

Die Dorfkapelle St. Margareta in Sohl

Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 gehörte die Ortschaft Sohl zum Kloster Gotteszell. Nach dessen Auflösung wurden die Sohler Dorfbewohner der Pfarrei March zugeordnet.

Im Jahre 1841 brachten die Sohler erstmals die Bitte vor, eine Dorfkapelle erbauen zu dürfen. Die Genehmigung vom Bischöflichen Ordinariat Regensburg und von der Kgl.-Bayerischen Regierung wurde noch im selben Jahr erteilt. Wahrscheinlich aus finanziellen Gründen wurde jedoch nicht mit dem Bau einer Kapelle begonnen.

Erst 20 Jahre später, als eine verheerende Viehseuche im Dorf wütete, begannen die Sohler mit dem Bau ihrer Kapelle. Das Mauerwerk wurde 1862 erbaut, der Dachstuhl ein Jahr später erstellt. Am 20. Juli 1864, dem Namenstag der hl. Margareta, vollzog HH Pfarrer Geiger aus March den Weiheakt.

Die Kapelle erhielt 1902 eine neue Bedachung, da das alte Blech verrostet und undicht war. Die Kosten für diese Reparatur überstiegen die finanziellen Möglichkeiten der Sohler. Die Gemeinde Teisnach wurde um Hilfe gebeten, diese wurde jedoch versagt.

Durch das Bezirksamt Viechtach wurde schließlich die Gemeinde aufgefordert, die Handwerker vorschussweise zu bezahlen. Aber Bürgermeister Steer und die Gemeinderäte verweigerten auch dies mit der Begründung: "...und überlässt es der Ortsgemeinde Sohl allein, mit der Tilgung fertig zu werden."

1970 - die Kapelle war wiederum unansehnlich geworden, entschlossen sich die Sohler, die Außenwände mit Eternittafeln zu verkleiden. Dies stellte sich bald als großer Fehler heraus. Da das Mauerwerk nicht mehr belüftet wurde, erstickte es regelrecht, bis schließlich 1983 diese Vertäfelung wieder entfernt wurde.

Die Kapelle wurde innen und außen renoviert, Drainagerohre rund um die Kapelle verlegt und das Dach erneuert.

Hier sind die finanziellen Bemühungen der Gemeinde Teisnach unter Bürgermeister Karl Stern hervorzuheben.

1985 erhielt die Kapelle ein elektrisches Geläut. Seit dieser Zeit läutet dreimal täglich die Glocke.

Nochmals renoviert wurde die Kapelle 1995. Diesmal nahmen die Sohler die Renovierung wieder selbst in die Hand. Der Putz wurde erneuert, innen und außen erhielt die Kapelle einen neuen Anstrich. Ein kleines Vordach wurde schließlich noch erstellt, um die Eingangstür besser vor Witterungseinflüssen zu schützen. Alle Arbeiten wurden von den Dorfbewohnern unentgeltlich ausgeführt. Um die Materialkosten abdecken zu können, spendeten die FF Sohl, die Schmankerlbühne Sohl, die Sparkassen Viechtach und Kaikenried, die Raiffeisenbank March, die Kirchenverwaltung March, die Fa. Tebo-Markt in Regen, BayWa Regen, Fa. Loy, Zimmerei Plötz und mehrere Privatpersonen namhafte Beträge oder Baumaterial.

Auch der Markt Teisnach und der Bezirk Niederbayern gaben namhafte Zuschüsse. Zum Abschluss der Renovierungsarbeiten und der anstehenden 700-Jahr-Feier wurde eine Gedenkmünze in Silber in streng limitierter Anzahl aufgelegt.

Ein schwerer Schlag traf die Dorfkapelle am 30. August 1975. Bei einem Einbruch stahlen die Diebe die "zwei Altarwächter" den hl. Petrus und hl. Paulus. Diese zwei Holzfiguren, ca. 1 Meter groß, blieben bis zum heutigen Tag verschwunden. Ebenfalls wurde ein Bild mit der ersten Kreuzwegstation gestohlen. Dieses Bild wurde von Karl Pfeffer aus March wieder neu erstellt; alle Stationen des Kreuzweges sind wieder vollständig.

Von der Dorfbevölkerung wurde bei der Vorbereitung zur 700-Jahr-Feier beschlossen, sollte dieses dreitägige Fest ein Erfolg werden, dass zwei neue Heiligenfiguren angeschafft und wieder auf dem Altar aufgestellt werden.

Diesmal wurden jedoch die Figuren der hl. Margareta und des hl. Leonhard als Altarwächter auserkoren. Der hl. Margareta ist ja die Kapelle geweiht und der hl. Leonhard gilt als Schutzpatron der Tiere.

 

 

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